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Die Abenteuer der Hexe Sapperlott

märchenhaftes Theaterstück von Heide Rohringer

Die (Vor)Geschichte

In einem Teil des dichten, undurchdringlichen Zauberwaldes lebt die Hexe „Sapperlott“.

Natürlich hat sie nicht immer so geheißen, aber an ihren ursprünglichen Namen erinnert sich niemand mehr. Alle nennen sie nur „Sapperlott“, denn ihr Lieblingsausspruch ist:
„Sapperlott, das mag ich nicht!“

Und es gibt vieles, das unsere Hexe nicht mag. 

Gewitter, zum Beispiel, kann sie gar nicht ausstehen. Je heller die Blitze am zucken, je lauter der Donner dröhnt, desto böser wird sie.

„Sapperlott, das mag ich nicht!“ hört man sie laut schimpfen, während sie in ihrer Hütte Kasten und Kisten vor Tür und Fenster schiebt. 

Noch schlimmer ist es, wenn es zu regnen beginnt, während Sapperlott unterwegs ist, um Beeren und Kräuter zu sammeln.

„Sapperlott, das mag ich nicht!“ ruft sie den ersten Regentropfen entgegen, die sich natürlich überhaupt nicht stören lassen.

 „Sapperlott, der dumme Regen, wäscht mir die Gedanken aus dem Kopf.“ murmelt sie vor sich hin, wenn der Regen stärker wird und sie so schnell als möglich nach Hause eilt.

Am allerwenigsten aber mag Sapperlott unerwartete Besucher.

Und am aller-allerwenigsten solche, die für längere oder kürzere Zeit bei ihr wohnen möchten. „Sapperlott, das mag ich nicht!“ sagt sie deshalb ganz ärgerlich, wenn sie davon erfährt, dass eine der anderen Hexe zu Besuch kommen möchte.

Nicht, dass sie sich nicht auch über manche BesucherInnen gefreut hätte.
Aber längere Zeit? – Das ist wirklich mit zu vielen Schwierigkeiten verbunden.

Soll sie etwa ihre eigene Hängematte herborgen? Und selbst auf dem Boden schlafen? 

„Sapperlott, das mag ich nicht!“

Oder soll sie der Gasthexe aus ihren Zauberbüchern einen Schlafplatz bauen?
Und was, wenn sie dann genau eines dieser Bett-Bücher braucht?
Soll sie etwa darauf verzichten in ihren Büchern zu blättern? 

„Sapperlott, das mag ich nicht!“

Außerdem, wo in ihrer engen, kleinen Hütte hat sie überhaupt Platz dafür?

Überall sind Gläser, Flaschen, Bücher, Steine, Gräser. Wichtiges und Unwichtiges, Nützliches und Manches, das einfach da ist, weil es eigentlich immer schon da war.

Womöglich, befürchtet Sapperlott, durchwühlt so eine Besucher-Hexe ihre ganz geheimsten Dinge oder isst die Brombeermarmelade auf, von der sie selbst jeden Tag nur einen kleinen Löffel voll nascht.

„Sapperlott, das mag ich nicht!“ sagt sie bei solchen Gedanken und stampft zornig mit dem Fuß auf.

Überhaupt, was soll sie mit einem Besucher anfangen?
Allein in der Hütte lassen?

Das erscheint ihr viel zu gefährlich, wer weiß was da alles passieren kann.

Mitnehmen, zum Kräutersammeln?
Dann sind die geheimen Plätze ja gar nicht mehr geheim. 

„Nein, Sapperlott, das mag ich nicht!“

„Sapper-Sapper-Sapperlott, das mag ich alles einfach nicht!“

Schließlich gibt es in dem riesigen Zauberwald doch wirklich genug andere Plätze, wo Hexen und andere Zauberwesen bleiben können.

Weil alle Hexen wissen, dass man mit Sapperlott viel Spaß haben kann, sie die allerbeste Brombeermarmelade kocht und auch sonst viele Geheimrezepte kennt, aber lieber alleine lebt, kommt selten jemand zu ihr auf Besuch.

Bei Vollmond ist Sapperlott, wie alle anderen Hexen auch, beim großen Hexenfest.

Bei Neumond trifft man sie auf der Kleewiese. Und wer sie zu anderen Zeiten treffen möchte,
der wandert zu ihrer Lichtung und wartet am Waldrand, bis er von ihr gesehen und zum Näherkommen aufgefordert wird.


Eines Tages aber, war alles anders.

Eigentlich begann alles damit, dass Sapperlott wegen einem Regenguss nicht genug Kräuter sammeln konnte. Alles Sapperlottschimpfen half nichts, und sie kam mit nassen Füßen nach Hause.

Kaum hatte sie ihre nassen Socken ausgezogen, da begann es zu blitzen und donnern.

Die Blitze erhellten ihre Lichtung wie Tageslicht und der Donner war so laut, dass ihre Hütte bebte. „Sapperlott, das mag ich nicht!“ rief Sapperlott und schob und zerrte alles vor Tür und Fenster.

Weil das löchrige Dach (wie immer) an vielen Stellen den Regen durchließ, schleppte sie kurz darauf Töpfe und Pfannen, Gläser und Krüge herbei und verteilte diese unter den undichten Stellen.

„Sapperlott, das mag ich nicht!“ schimpfte sie dabei, doch sosehr sie sich auch abmühte, weder Regen noch Gewitter waren auszusperren, denn ihre Hütte hat unendlich viele Ritzen und Spalten.

So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich mit feuchten Kleidern in die feuchte Hängematte zu legen und mit der ebenso feuchten Decke zuzudecken.

Doch an Schlafen war bei diesem Gewitter vorerst nicht zu denken.

Die hellen Blitze konnte Sapperlott zwar verschwinden lassen, indem sie sich die Decke über den Kopf zog. Doch das Donnergrollen folgte ihr auch, obwohl etwas dumpfer, bis unter die Decke.

„Sapperlott, wie lang´ denn noch? Nein, nein, nein das mag ich nicht!“ rief sie aus ihrem Versteck, doch der Donner kümmerte sich nicht darum.

Erst nach längerer Zeit wurde er etwas leiser, weil sich das Gewitter entfernte.

„Endlich!“ dachte Sapperlott und kuschelte sich in ihre Hängematte.
Doch was war das?
Ein gleichmäßiges Pochen und Klirren erfüllte plötzlich das ganze Hexenhaus. „Sapperlott, was ist denn jetzt schon wieder?“ murmelte die Hexe und sprang auf.
Mit hohen und tiefen Tönen musizierten Regentropfen rund um Sapperlotts Hängematte. Denn der Regen, der durch die Ritzen und Löcher drang und in die Töpfe und Gläser plätscherte, brachte diese zum Klingen.

Sapperlott, seid endlich still!“ schrie Sapperlott und zog eine Pfanne zur Seite, doch sofort bildete sich eine Wasserlacke am Boden.

„Sapperlott, das mag ich gar nicht!“ wütete die Hexe und schob die Pfanne schnell wieder an ihren alten Platz zurück.

Nachdem Sapperlott nicht und nicht einschlafen konnte, zog sie schließlich ihre nassen Socken wieder an, packte ihre Decke und lief durch den Regen, bis zu einem hohlen Baum. In den kletterte sie hinein und schlief auch bald darauf – endlich - ein.

Im Traum erschien ihr eine Gestalt, die sie nicht genau erkennen konnte. Und diese Gestalt rief ihr zu: „Ich komme bald! Ich komme bald!“ Dabei winkte sie Sapperlott mit so vielen Armen zu, dass dieser ganz schwindlig wurde. Am nächsten Tag kletterte die Hexe wieder aus dem Baum und machte sich auf den Weg nach Hause.

Regen, Gewitter und Traum hatte sie (vorerst) schon längst vergessen.

Doch dann?

 

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